Hexenverbrennung

Die Bestrafung einer unheilvollen Person mit Zauberkräften kann bis in die Antike verfolgt werden. Der Begriff Hexenverbrennung hat jedoch seine Wurzeln in der Zeit zwischen dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Die mittelalterliche Gesellschaft sah in der Hexenverbrennung ein gemeinschaftliches Reinigungsritual.

Zu dieser Zeit bildete sich die Vorstellung von Hexen heraus und die Angst vor dem Schadenszauber prägte den Volksglauben nachhaltig. Nachdem die Hexenverbrennung in der Frühen Neuzeit juristisch verankert wurde, löste die Angst vor böser Magie grausame und systematische Hexenverfolgungen aus. Oftmals reichten Gerüchte aus, um schlechte Ernten, einen plötzlichen Kindstod oder Lebensmittelvergiftungen mit dem Wirken von Hexen zu verbinden und eine Hexenverbrennung zu legitimieren.

Wer wurde damals der Hexerei beschuldigt?

Oft führten missgünstige Anschuldigungen zur Prozess wegen Hexerei und folglich auch zur Hexenverbrennung.

Oft führten missgünstige Anschuldigungen zur Prozess wegen Hexerei und folglich auch zur Hexenverbrennung.

Nicht selten standen Neid und Missgunst hinter den Gerüchten. Alleine der Verdacht, dass ein Beschuldigter den Flug auf einem Besen oder einem Tier gewagt hatte, bezeugte Kenntnisse einer vermeintlichen Hexenlehre und wurde mit dem Tod bestraft. Umstrittene Hexenproben, darunter das Hexenbad oder die Feuerprobe, erschwerten eine Verteidigung. Foltermethoden erzwangen letztlich die vom Volk ersehnten Geständnisse.

Obwohl während dieser Hysterie auch Männer als „Hexer“ getötet wurden, traf die Hexenverbrennung hauptsächlich Frauen. Grund dafür war nicht zuletzt der „Hexenhammer“, ein Buch aus dem Jahr 1486. Heinrich Kramer hetzte das Volk darin mit frauenfeindlichen Argumenten auf. Die Tragweite des Buches war bis in die Frühe Neuzeit zu spüren. Tausende Frauen wurden aufgrund der Unterstellung, mit dem Teufel einen Pakt geschlossen zu haben, bis in das 18. Jahrhundert hingerichtet. Anna Göldi zählt zu den letzten Opfern der Hexenverfolgung in Europa und starb im Jahr 1782.

Die Hexenverbrennung und die Rolle der Kirche

Die wissenschaftlich anmutenden Argumente Heinrich Kramers hätten ohne die Rolle der katholischen Großkirche kaum eine so verheerende Wirkung erzielt. Die Lage spitzte sich zu, nachdem im Jahr 1484 die Existenz von Hexen päpstlich bestätigt wurde. Damit wäre der Einfluss des „Hexenhammers“ aus dem Jahr 1486 erklärbar. In dieser Zeit führten Hexenverfolgungen, beispielsweise im Bodenseeraum, zum drastischen Rückgang der Landbevölkerung.

Eine gewisse Parallele zwischen der Volkshysterie gegen Hexen, der Hexenverbrennung und der Inquisition ergab sich nicht zuletzt dadurch, dass sich die Inquisitoren im Kampf gegen die Häresie ähnlicher Foltermittel bedienten. Entgegen der allgemeinen Annahme aber hatte die Inquisition, eine spätmittelalterliche Form der Prozessführung der katholischen Kirche gegen Irrlehren, nur wenig Einfluss auf die Hexenverbrennung. Trotzdem sollen aber einzelne Inquisitoren auch nachweislich Hexer und Hexen verfolgt haben. Die Kirche betrieb jedoch keine systematische Hexenverfolgung.

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