Häresie

Häresie ist ein weltweit bekannter Begriff und wird immer mit der katholischen Kirche in Verbindung gebracht. Begleitet wird der Begriff von Ketzerei, Hexenverfolgung, Inquisition usw.
Häresie stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Wahl oder Auswahl. Es beschreibt die Lehre, die im Widerspruch mit der Lehre der entsprechenden Religion steht. Der heilige Thomas von Aquin sagte: „Demnach ist Häresie eine Art des Unglaubens, geltend für solche, die zwar den Glauben Christi bekennen, aber seine Lehrsätze entstellen.“

Seit der Bildung der häretischen Glaubensgruppe der Katharer im 12. Jahrhundert, gibt es auch eine geläufige deutsche Bezeichnung für Häresie: Ketzerei.
Als häretische Gruppen bezeichnet die katholische Kirche u.a. die Freimaurer, Arianer (glauben nicht an die Trinität, sondern hierarchisch), Albigenser und weitere Glaubensgruppen wie die mittelalterlichen Katharer, Waldenser und Beginen.
Die bekanntesten Ketzer sind wahrscheinlich Galilei und Kupernikus.

Zusammen mit der Häresie kam auch die fanatische Suche nach Häretikern, die ihre Vollkommenheit in der Inquisition fand. Ihren Höhepunkt hatte sie in der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit ab ungefähr 1500. Das wohl bekannteste inquisitorische Werk ist der Malleus Maleficarum, der Hexenhammer, aus dem Jahr 1486. In diesem Buch wird beschrieben, was eine Hexe ist, was sie macht, woran sie erkannt wird und wie mit ihr vorzugehen ist. Also eine Anleitung zur Jagd und vor allem auch Folter sowie Hinrichtung. Geschrieben wurde der Hexenhammer von dem Dominikaner Henricus Institoris.

Oft wurde das Geständnis, Häresie begangen zu haben, unter Folter erpresst.

Oft wurde das Geständnis, Häresie begangen zu haben, unter Folter erpresst.

Viele der Inquisitoren waren fanatisch auf ihrer Suche nach Ketzern und konnten Schuld von Unschuld nicht unterscheiden. Dies machten sich die einfachen Leute zu Nutze, in dem sie unliebsam gewordene Familienmitglieder oder Nachbarn als Hexen anzeigten. Da generell nicht den Aussagen der Frauen, Kindern und auch Männern geglaubt wurde und das „Geständnis“ während der Folter erpresst wurde, war es der eingeschworen Gemeinschaft ein Leichtes sich diesen Personen zu entledigen.

Die Hexenverfolgung ist der dunkelste Abschnitt der Verfolgung von Häresie, wobei die Anzahl der Verurteilungen und Hinrichtungen von Land zu Land und auch von Gegend zu Gegend unterschiedlich war. In Dänemark oder Schleswig wurden kaum vermeintliche Hexen verurteilt, sondern hauptsächlich freigesprochen, wohingegen im Süden häufiger Prozesse für die Angeklagten negativ entschieden wurden.

Häresie ist das beste Beispiel für die religiöse Intoleranz der großen Religionen. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit die der katholischen Kirche und heute die des Islams.
Der letzte Hexenprozess fand 1944 in Schottland statt. Die damals bekannte Wahrsagerin Helen Duncan wurde mit Hilfe des „Witchcraft act“ aus dem Jahr 1735 verhaftet. Die britische Admiralität befürchtete, sie könne die Pläne über den D-Day von Verstorbenen erfahren und somit diese Mission gefährden.

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