Hexenverfolgung

Während der Frühen Neuzeit fanden in Mitteleuropa Hexenverfolgungen statt. Tausende von Menschen, darunter hauptsächlich Frauen fanden den Tod am Schafott. Betrachtet man die Hexenverfolgung aus der globalen Perspektive, so kann man erkennen, dass Prozesse, die Hexerei nachweisen sollen bis in unsere Gegenwart andauern.

Die Grundlage für die massenhafte Verfolgung im Mittelalter durch die Inquisition in den christlichen Ländern war die mangelnde Bildung und somit ein anderes Verständnis von Magie. Das Hexenbild des Mittelalters war eine Konstruktion, die von gebildeten Menschen zusammengestellt wurde. Sie verwendeten dazu die volkstümlichen Erzählungen und Aufschriebe, die von Hexen und Zauberern zeugten. Die Merkmale und Fähigkeiten gehörten zur Lehre des Teufelpaktes. Des Weiteren wurden die Apostasie und die Häresie strafrechtlich verfolgt. Die beiden Faktoren galten als Superverbrechen.

Es muss hinzugefügt werden, dass Hexenprozesse ihren Anfang nicht in der Zeit eines magischen Weltbilds hatten. Hexenverbrennungen und Prozesse nahmen ihren Anfang erst als einzelne Aspekte der Magie, die in das Strafrecht der zur damaligen Zeit modernen Staaten aufgenommen wurden. Erst hier begannen die furchtbaren und massenhaften Hexenverfolgungen.

Auch Menschen, die sich lediglich auf die Verwendung von Heilkräutern verstanden, wurden Opfer der Hexenverfolgung.

Auch Menschen, die sich lediglich auf die Verwendung von Heilkräutern verstanden, wurden Opfer der Hexenverfolgung.

Hintergrund der Hexenverfolgung

Das Interesse an Verfolgungen entstand bei der Bevölkerung durch große Missernten und schlechte Lebenslagen. Da sich die Menschen des Mittelalters kaum vorstellen konnten, was das massenhafte Unglück ausgelöst hatte, musste jemand dafür verantwortlich gemacht werden. Menschen, die zum Beispiel nicht in der Gesellschaft integriert waren, wurden als Ketzer bezeichnet und anschließend verfolgt. Besonders Frauen mit besonderen Fähigkeiten, die jedoch nichts mit Magie zu tun hatten, wurden verfolgt. Die Fähigkeiten bestanden darin, Menschen mithilfe von verschiedenen Kräutern zu heilen.

Menschen, die etwas gebildeter waren und doch zur unteren Schicht gehörten, wurden als Außenseiter betrachtet. Man beschuldigte sie der Hexerei, da diese Menschen sich von ihren Mitmenschen unterschieden. Man konnte sich nicht vorstellen, wie jemand, der genauso ein Mensch wie alle anderen war und doch die Fähigkeit besaß, seine Mitmenschen zu heilen, nichts mit Hexerei und Magie zu tun haben konnte.

Ging es hier um Christen, so ist verständlich, dass auch Menschen anderer Religionen unter die Hexenverfolgung fielen. Die Juden waren gebildeter und auf Grund von ihrer Religion von der Gesellschaft ausgeschlossen. Sie durften keiner Zunft beitreten, um sich ihr Geld durch Handwerksarbeit zu verdienen. Somit blieb ihnen nichts anderes übrig, als dem kaufmännischen Beruf nachzugehen, wodurch sie zu Geld gelangten und schließlich doch bessergestellt waren als andere. Im Endeffekt fielen auch sie aus den genannten Gründen der Hexenverfolgung zum Opfer.

Was ist der Hexenhammer?

Der Hexenhammer war ein Buch, das zur Legitimation der Hexenverfolgung genutzt wurde. Hier rechtfertigten die Hexenverfolger ihr Tun und Lassen. Es kam zu den schlimmsten Foltermethoden. Durch Gerüchte löste sich hauptsächlich die Anklage aus. Die Opfer wurden stundenlang verhört und gefoltert. Die Wasserprobe, die Tränenprobe oder die Nadelprobe waren nicht die einzigen Foltermethoden bei der Hexenverfolgung. Letztendlich starben fast alle Angeklagten nach der Folter. Der Tod bewies ihre Unschuld.

Hexenverfolgung heute

Die Verfolgung von Hexen war ein dunkler Akt im Mittelalter und ist, zumindest in Europa, in der Zeit der Aufklärung gänzlich verschwunden. Aber auch heute gibt es noch Teile auf der Erde, in denen Menschen an die Wirkung der Magie glauben und andere Menschen als Hexen bezeichnen. Wo es noch Hexen gibt, gibt es auch die Hexenverfolgung. Allerdings ist dies längst nicht mehr auf Frauen beschränkt. Vor allem Minderheiten in der Gesellschaft sehen sich verfolgt.

Die Hexenverfolgung in der heutigen Zeit

Noch heute sehen viele kleinere Völker, besonders die, ohne eine der Kernreligionen, die Hexerei als einen typischen Bestandteil ihres Lebens an. Wie in früheren Zeiten in Europa werden aber auch dort die Hexen für das Unglück der Menschen beschuldigt. Wenn die Ernte ausbleibt oder tödliche Krankheiten ein Mitglied des Stammes befallen, dann sind meistens die Menschen schuld, die einen Draht zur Magie haben.

Es sind aber nicht nur die Naturvölker. Ganze Staaten haben die Hexerei noch in ihren Gesetzen und haben fast immer die Todesstrafe als Strafe für diese Art der Hexerei.

  • In Saudi-Arabien können Frauen und Männer der Hexerei beschuldigt werden. Die Hexenverfolgung endet hier fast immer im Tod.
  • In Indonesien und umliegenden Inseln wird die Hexenverfolgung vom Staat unterstützt.
  • Auch in manchen Teilen Indiens ist die staatliche Hexenverfolgung noch immer ein Bestandteil des Lebens.

Die Hexenverfolgung beschränkt sich aber nicht auf wirkliche oder vermeintliche Magie. Manchmal reicht es schon, wenn man anders aussieht oder eine tödliche Krankheit hat.

Die Hexenverfolgung gegen die Schwachen der Gesellschaft

Normalerweise hat sich die Verfolgung von Hexen immer gegen jene Menschen gerichtet, die angeblich in irgendeiner Form mit Magie zu tun hatten. Aber auch in früheren Zeiten reichte schon ein Verhalten abseits der normalen Gesellschaft – so ist es auch heute noch.

Besonders in Afrika werden von vielen Naturstämmen zum Beispiel Albinos verfolgt. Auch bekannte HIV-Infizierte werden von konservativen Strömungen verfolgt und in beinahe rituellen Morden getötet. Auch die Organisationen für Menschenrechte prangern diese Zustände häufig an. Ein Problem ist hierbei die Tatsache, dass selbst die staatlichen Stellen, beispielsweise Justiz und Polizei, in den Aberglaube der Menschen verstrickt sind. Daher werden solche Verbrechen nur selten verfolgt oder im Fall der Fälle nur mit geringen Strafen besetzt.

Die Hexenverfolgung ist auf der Welt also noch nicht ausgestorben. Sie hat sich nur in andere Bereiche verlagert.

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